Hamid Ghaffari

20.04. bis 28.04.2002

Hamid Ghaffari entstammt einem der ältesten persischen Familien. Der erste nachweisbare Vorfahr war Abuzar-al-Ghaffari (geb. um 600 n. Chr. in Kaschan, Persien). Abuzar erlebte den Propheten Mohammed, der ihn, der eigentlich Zarathustra-Priester war, für den neuen Offenbarungsglauben gewann. Er brach mit Mohammed in die arabische Wüste auf und blieb bis zu dessen Tod im Jahr 632 n. Chr. an dessen Seite. So wurde er für die islamische Tradition der dritte Muslim der Geschichte des Islam.
Als Haroun-al-Rachid Kalif von Bagdad war, erblickte Fazel-al-Ghaffari das Licht der Welt; als die Normannen 1066 Britannien eroberten kam Ahmad-al-Ghaffari zur Welt. 1100 n. Chr. begannen die Kreuzzüge. Yahya-al-Ghaffari kam in Persien zur Welt, als in Italien die Renaissance erblühte.
Besondere Berühmtheit als Maler erlangten mehrere Ghaffaris, von denen zwei besonders erwähnenswert sind: Abu-aI-Hasan Ghaffari, der wichtigste Maler der Qaja-Dynastie (seit 1749) und Kamal-al-Molk-al-Ghaffari, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts der bedeutendste Maler Persiens war. Seine Bilder sind auch in der Sammlung des Louvre vertreten. Er darf mit Recht für Persien und den islamischen Raum in seiner Bedeutung mit dem Rang Picassos für die europäische Kunst gleichgesetzt werden.

Text: Andreas Brennecke (Auszug aus dem IKONOSTASEN Katalog)

In Planung (zum Ausstallungszeitraum):

  • Feb. 2002, Projekt: DAS HEILIGE, in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Bochum, Ausstellungsort: ORLANDO
  • Frühsommer 2002: Ausstellung in der Marktkirche Essen,im Rahmen ihrer Wiedereröffnung
  • Spätsommer 2002, Aktion FADENLAUF, Bochum, initiiert durch Andreas Brenneke
  • 2002/2003, Parallelausstellungen im Rahmen des IKONOSTASEN- Projektes von Hamid Ghaffari

Armir Sharon

12.05. bis 29.06.2000 Amir Sharon ist Arrangeur, Konstrukteur, Regisseur und Maler. Er arrangiert seine Motive zu Stilleben konstruiert zunächst seine Modelle, führt die Regie auf der Bühne des Arrangements, fixiert, indem er das von ihm Erlebte auf die Leinwand bannt. Eine eher untypische Malerei in unserer so schnell lebigen Zeit. Sharon beschäftigt sich lange mit seinen konstruierten Motiven. Nicht nur, weil er sie wirklichkeitstreu auf die Leinwand bringt, nein, er haucht den wiedergegebenen Objekten ein eigenes Leben ein, erweckt sie zu einem Dasein, das über der Realität eine surrealistische Existenz führt. Das surrealistische Moment jedoch reflektiert Realität in höchstem Masse und wird so in diesem reflektieren Moment zu einer Wirklichkeit, die uns näher an dem Wirklichen erscheint als die Wirklichkeit selbst. Obwohl naturalistisch gemalt, entziehen sich die Motive jeglicher Natur, obgleich wir Alltagsobjekte wiedererkennen, sind die Konstellationen fremd- und neuartig, ihre Arrangements jedoch immer sinnstiftend, ausgedrückt in der Titelgebung durch den Künstler.

Sharon ist Meister der Gegensätzlichkeit. Er bringt Technisches und Natürliches, Hartes und Weiches, Sinnliche Einfühlung und abgrenzende Nüchternheit zusammen, oftmals stellvertretend für die Paradoxien des Lebens, die durch Worte schwer zu beschreiben sind. Diese Arbeitsweise ist schweisstreibend. Sie frisst den Maler auf, nicht nur weil sie seine volle Konzentration auf das Motiv lenkt, auch weil die philosophische Sinngebung Türen öffnet, die schwerlich zu schliessen sind. So ist es nur auf dem ersten Blick verwunderlich, dass Amir Sharon regelmässig auch einer zunächst diametral entgegengesetzten Arbeitsweise frönt. Ausbrüche einer unbändigen Expressivität ist die Folge der sehr konzentrierten Arbeitsweise der oben beschriebenen Malerei. Er rettet sich oft auf diese wilde Insel, und schöpft in der gegensätzlichen Malerei wieder Kraft für den ihm eigenen, aussergewöhnlichen Stil. So trägt die Austellung im Untertitel ANSICHTEN. Gilt es doch diese zwei Seiten des Künstlers Sharon zu zeigen und damit dass ein Ganzes immer aus verschiedenen Teilen besteht.

Letzte Hoffnung