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Seite 1 von 2 Ronald Franke
Der 1960 geborene, in Köln lebende Künstler Ronald Franke, den von jeher Schiffe, Flüsse, Kanäle, Häfen und Wasser besonders faszinierten, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Stadt- und Industrielandschaften und ihrer besonderen Prägung durch den Verkehr.
Ronald Franke malt direkt vor Ort, mit einem ganz besonderen Augenmerk auf unentwirrbare Wegenetze, Wasserstrassen und Verkehrsführungen. Diese mit kraftvollem Duktus gemalten Landschaften wirken in ihrer perspektivischen Darstellung äußerst realistisch. Aber das vermeintlich Wahrgenommene löst sich bei näherem Herantreten völlig auf. Übrig bleiben weiße, graue oder schwarze Flecken. Kleckse, Striche, die scheinbar ebenso sinnlos wie chaotisch übereinander liegen. Spürbare Vitalität entsteht durch den gewählten Blickwinkel, die langgezogene Perspektive, die Nuancierung von Licht und Schatten sowie durch die Struktur der Oberfläche. Realismus und Abstraktion erzeugen eine ungeheure Spannung.
Reiseaquarelle waren der Ausgangspunkt für das neue Projekt der Flusslandschaften. An Bord von Binnenschiffen entstanden Aquarellskizzen in kontinuierlichen Folgen, in schnellen Sequenzen, die nun für seine Arbeiten so typisch werden. Rhein, Neckar, Main, Mosel und die deutschen Kanalgebiete werden „erfahren“.
Aus der Perspektive des Schiffers, der Fahrtgeschwindigkeit und Bewegung des Schiffes angepasst, vermittelt er mit seinen Bildern die Atmosphäre und Dichte der Flusslandschaften, die Nuancen von Morgen- und Abendlicht, von Dunst, Nebel und Regen und den Lichtern am Ufer.
Auf seinem Weg, eine Symbiose von Technik, Natur und Mensch im Bilde wirksam werden zu lassen, sind diese großen gebauten Bilder wie Atempausen, sie sind formal eine Station, sie stabilisieren das Bildschaffen und zeigen eine Stellungnahme des Künstlers zu unserer Welt.
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